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  • Stefanie Egger

Das Brautstehlen

Eine altbekannte und weit verbreitete Tradition in ganz Österreich - die Braut wird während der Hochzeitsfeier mitsamt des Brautstraußes im richtigen Moment von Freunden bzw. Verwandten „gestohlen“ und in eine nahegelegene Lokalität gebracht. Um die Zeit bis der Bräutigam die Braut wieder abholt zu überbrücken, werden meist Lieder gesungen, viel getrunken oder kleine Hochzeitsspiele gespielt. Aufgabe des Bräutigams ist es daher nun so zügig wie möglich zu bemerken, dass seine Angebetete fehlt. Ist das geschehen, muss er sie finden und folglich auslösen. Kleine hinterlassene Hinweise sorgen dafür, dass sich die Suche nicht all zu lang hinauszögert. Zum Thema Ablöse - meist reicht es nicht aus, die Zeche der Entführer zu bezahlen, sondern der Bräutigam muss oft verschiedene Aufgaben lösen oder ein „Gstanzl“ singen um seine Braut wiederzubekommen.


Achtung: Vergesst nicht neben der Braut auch den Brautstrauß zu stehlen, denn sollte dieser bei der Entführung nicht dabei sein, müssen traditionell die Entführer bezahlen. Denn in diesem Fall kann der Bräutigam seine Braut mithilfe des Brautstrauß freikaufen. Und worin läge denn da der Spaß?




Meine zwei wichtigsten Tipps zu dieser Tradition:


  • Dieser Klassiker sollte vor Beginn der Planung geklärt werden ob er beim Hochzeitspaar überhaupt erwünscht ist. Sollte das Brautpaar klar kommunizieren, keine Entführung zu wollen, sollte dieser Brauch unterlassen werden. Es kann sonst sowohl für das Hochzeitspaar als auch für die Gäste sehr unangenehm werden. Sollte es jedoch zur Umsetzung kommen, rate ich euch, sich als Entführer genau über den Zeitplan der Hochzeit zu informieren, damit die Brautentführung problemlos stattfinden kann, ohne den Ablauf durcheinander zu bringen.


  • Damit es nicht zur Langeweile kommt, ist es wichtig, dass die Brautentführung nicht länger als maximal 1 bis 1,5 Stunden dauert und zeitgleich für Unterhaltung gesorgt wird - zum Beispiel mit Musik, alternativen Spielen oder anderen Überraschungen. Außerdem soll dieser Brauch keinesfalls den, über Monate hinweg geplanten, Hochzeitsablauf stören, da dies natürlich zu Unmut beim Brautpaar führen kann, womit wir wieder bei Tipp Nr. 1 wären.




Die Geschichte dahinter


Der Ursprung befindet sich im Mittelalter, wie vermutet wird, da hinsichtlich der Herkunft des Brauches keinerlei zuverlässige Informationen existieren. Eine Überlieferung besagt, dass der Bräutigam, wenn er seine Braut vor Mitternacht nicht herausgelöst hat, sein Recht auf die gemeinsame Hochzeitsnacht verliert. Heutzutage wird oft nicht nur die Braut geraubt, sondern auch der Bräutigam. Das Stehlen nach Mitternacht ist brauchgemäß strengstens verboten.

Die vor Jahrzehnten bedeutungsvolle symbolische Bedeutung dahinter: die Trennung der Braut von ihrem Elternhaus und der daraus resultierende Beginn eines neuen Lebensabschnittes mit dem Zukünftigen. Diese Tradition soll zudem eine eindringliche Mahnung für den Bräutigam sein, dass er von nun an gut auf seine Frau achten muss und sie wertschätzen soll.



*die Bilder sind von dem Shootingteam:

Konzept/Planung/Organisation: @idoforyouplanner

Fotograf: @peterbucheggerphotography

Location: @innviertler.versailles

Brautkleid: @turteltaeubchen_wedding

Makeup & Hair: @lizkaisermakeup

Floristik: @nanaschvictoria

Torte: @tortentraum

Papeterie: @paperlapappat

Kerze: @ce.kerzendesign

Freie Traurednerin: @raphaela.enghuber

Dekoration: @depot_online

Brautpaar: @sophia.wakolbinger & Martin


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