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  • Stefanie Egger

Wieso eigentlich in Weiß heiraten?

Ich denke, wir alle kennen die wunderschöne weit verbreitete Tradition, ganz in weiß zu heiraten. Diese Wunschvorstellung hinsichtlich des Brautkleides ist noch gar nicht so alt, wie manche vielleicht denken.

Hochzeitskleider waren schon im alten Rom nicht mehr von der Eheschließung wegzudenken. Das Kleid bestand hier jedoch eher aus einer wadenlangen Tunika, wo rüber eine gelbe Stola getragen wurde. Im Mittelalter und in der Renaissance schritten die Frauen aus gutem Hause dann in prunkvollen, strahlend roten, grünen oder blauen Brautkleidern vor den Altar.

Als sich das 16. Jahrhundert zu Ende neigte galt gegen aller Erwartung schwarz als bevorzugte Farbe für das Hochzeitskleid. Als sich Schwarz längst zur Normalität etabliert hatte, wurden plötzlich vereinzelt weiße Kleider zur Vermählung vom Adel gewagt, da jedoch königliche Hochzeiten zu dieser Zeit noch nicht von Medien begleitet wurden, blieben diese Ereignisse eher unerkannt Der große Durchbruch der weißen Brautmode ging schlussendlich Hand in Hand mit der Hochzeit von Queen Victoria und Prinz Albert von Sachsen-Coburg 1840.

Als Kaiserin Sissi im spätem Frühjahr 1854 in ihrem pompösen Rüschen-Traum in Weiß mit Kaiser Franz Joseph getraut wurde, war es endgültig um alle geschehen. Weiß war nun das neue Markenzeichen des Hochzeittages und symbolisierte schon damals die Jungfräulichkeit wie auch die Reinheit und Vollkommenheit der Braut vor der Ehe, wodurch es nur noch schneller zu einem begehrten Trend wurde.

Diese ursprüngliche Bedeutung spielt heutzutage jedoch kaum noch eine Rolle. Nicht all zu selten wird auch in zweiter Ehe noch in Weiß geheiratet. Die Farbe Weiß ist neben Creme und Eierschalenfarben auch immer noch am häufigsten in den Brautmodengeschäften anzutreffen. Trotz allem möchten sich viele jungen Bräute heutzutage von diesen traditionellen Zwängen verabschieden und entscheiden sich für ein nicht weißes, gar buntes Hochzeitskleid. Oft auch aufgrund von praktischen bzw. preislichen Aspekten. Schreibt mir doch gerne in den Kommentaren eure Meinung zu diesen Thema?


Im Endeffekt solltet ihr euch an dem schönsten Tag im Leben wohlfühlen, in dem was ihr trägt und es sollte wenn möglich, dem eigenen Typ entsprechen. Egal ob weiß, blau oder rot - es ist eure Hochzeit und ihr entscheidet, wie eurer Traumkleid auszusehen hat. Haltet euch das immer vor Augen.

Eine weitere Hochzeitstradition rund ums Brautkleid ist der Vorsatz „Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues“ zu tragen. Dieser traditionelle englische Brauch stammt aus Hollywood und soll dem Brautpaar Liebe, Glück und Reichtum versprechen. Er bezieht sich auf Kleidungsstücke oder Accessoires, welche die Braut bei der Hochzeit tragen sollte.

Etwas Neues…

Das „Neue“ steht für den neuen Lebensabschnitt, welcher mit der Hochzeit einhergeht und für die Hoffnung und den Optimismus, der damit verbunden ist.

Etwas Altes…

Das „Alte“ steht für das bisherige Leben der Braut und symbolisiert die Bindung an die Familie sowie für Vertrautes und Kontinuität. Ein kleines Versprechen an seine Familie, dass die Braut trotz der neuen Familie, die jetzt gegründet wird, immer zur eigenen Familie gehören wird.

  • Der Verlobungs- oder Trauring eurer Mutter oder Großmutter

  • Altes Stofftaschentuch eurer Oma/Tante

  • Ein alter Ohrring oder anderer Schmuck

  • Ein Familienfoto in einem Anhänger


Etwas Geborgtes…

Mit dem Geliehenen verbindet man die Tradition, dass die Braut das Glück von einem verheirateten Familienmitglied „borgt“, welches sich auf Braut und Bräutigam übertragen soll.

  • Die Perlenkette oder Ohrringe von eurer (Schwieger-)Mutter

  • Das Armband, das eure beste Freundin bei ihrer Hochzeit getragen hat

  • Haarschmuck oder eine Haarspange von eurer Schwester

  • Ein Glücksbringer von Freunden/Familie

Etwas Blaues…

Zu guter Letzt kommt mit „etwas Blauem“ noch eine historische Komponente zu dieser Hochzeitstradition hinzu. Blau stand früher für Reinheit und Treue und war daher eine der beliebtesten Hochzeitsfarben. Am häufigsten wird diese Komponente durch ein blaues Strumpfband ersetzt, um diesem Element des Brauches gerecht zu werden.

  • Blaues Stumpfband

  • Blaue Haarspange oder ähnliches

  • Blaue Bänder im Brautstrauß oder in den Haaren

  • Ein blauer Knopf, der einen Knopf am Brautkleid ersetzt


Das ist natürlich nur eine von vielen beliebten Hochzeitstraditionen, welche meist fester Bestandteil in jedem Hochzeitsprogramm sind. Hochzeitsbräuche sorgen am Hochzeitstag für besondere, romantische, und unvergessliche Momente. Auf welche Art und Weise sollte jedoch immer das Brautpaar entscheiden. Informiert euch vor euren großen Tag welche Bräuche und Traditionen existieren und welche am besten zu euch passen. Gerne helfe ich euch während der Planung auch bei dieser kleinen und dennoch wichtigen Entscheidung.



*die Bilder sind von dem Shootingteam:

Konzept/Planung/Organisation: @idoforyouplanner

Fotograf: @peterbucheggerphotography

Location: @innviertler.versailles

Brautkleid: @turteltaeubchen_wedding

Makeup & Hair: @lizkaisermakeup

Floristik: @nanaschvictoria

Torte: @tortentraum

Papeterie: @paperlapappat

Kerze: @ce.kerzendesign

Freie Traurednerin: @raphaela.enghuber

Dekoration: @depot_online

Brautpaar: @sophia.wakolbinger & Martin

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